Das Kelly-System – Money Management bei Sportwetten

Sicherlich haben sich viele Freunde von Sportwetten schon oft die Frage gestellt, weshalb einige Spieler so erfolgreich agieren und fast von den Wetteinnahmen leben können, während andere permanent auf der Verliererstraße sind. Dies kann vielerlei Gründe haben. Jedoch lassen gerade oft Neulinge ein kluges und durchdachtes Money Management vermissen, welches die Voraussetzung für jede erfolgreiche Sportwetten-Karriere ist.

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist wichtig, um ein gutes Money Management zu entwickeln?
  • Worum geht es beim Kelly-System und was steckt dahinter?
  • Wodurch zeichnet sich das Kelly-System aus?
  • Wie sollte der Einsatz berechnet werden?
  • Worauf ist bei diesem System zu achten?
  • Wie sollte ein gutes Money Management geführt werden?
  • Wie lege ich mein Grundkapital fest?
  • Auf welchen Zeitraum ist das sinnvoll?
  • Was sind die Ursachen, warum viele Sportwetter nicht erfolgreich tippen?
  • Ist es sinnvoll, langfristig auf klare Favoriten zu setzen?
  • Wie sieht es mit Kombiwetten aus?
  • Wie habe ich Erfolg mit Sportwetten?
  • In welchen Intervallen sollten Auszahlungen vorgenommen werden?

Was ist wichtig, um ein gutes Money Management zu entwickeln?

Ein gutes Money Management stellt sich nicht von allein auf. Eine gewisse Erfahrung der Wetter gehört in jedem Fall dazu (hier zu den Erfahrungen mit Sportwetten von langjährigen Kunden). Gerade im Sportwetten-Bereich zählt nicht nur das Glück, sondern insbesondere das Wissen. Dies betrifft nicht nur, wie oftmals angenommen, die Wettabgabe auf bestimmte Events, sondern insbesondere auch die Wahl der richtigen Einsatzhöhe. Die Einsatzhöhe solltet ihr auf der Grundlage eures eigenen Money Managements wählen. Um ein langfristig erfolgreiches System zu entwickeln, fangt ihr mit einer Analyse an und erstellt dann eine Art „Businessplan“.

In der Analyse müsst ihr eure eigenen finanziellen Möglichkeiten unter die Lupe nehmen. Bei dieser Bestandsaufnahme solltet ihr einen Betrag ausrechnen, welcher euer freies Kapital für Sportwetten darstellt. Diese Summe gilt als Grundlage für euer Money Management und wird in Fachkreisen auch als „Bankroll“ bezeichnet.

Euer „Businessplan“ sollte genaue Einsatzlimits und vor allem exakte Ziele enthalten. Die wichtigste Frage muss lauten: „Welchen Gewinn möchte ich in einem bestimmten Zeitraum im Sportwetten-Sektor erzielen?“. Diese Zielvorgabe sollte sich jedoch in Grenzen halten und nicht etwa unrealistisch hoch sein. In eurem individuellen Plan sollten gleichzeitig auch negative Ereignisse miteinkalkuliert werden. Das heißt, ihr evaluiert, wie ihr bei längeren Verluststrecken reagiert. Beispielsweise reagiert ihr darauf, indem ihr etwaige Minusbeträge mit klügeren, risikoärmeren Einsätzen abfangt.

Worum geht es beim Kelly-System und was steckt dahinter?

Das Kelly-System ist eines der Profisysteme im Sportwetten-Bereich. Diese Strategie erfordert Erfahrung und Fachwissen im Wettsektor und eignet sich daher weniger für blutige Anfänger. Des Weiteren setzt sie eine relativ hohe Bankroll voraus. Nachfolgend möchten wir euch mit einigen wichtigen Eckpunkten des Kelly-Systems bekannt machen.

Wodurch zeichnet sich das Kelly-System aus?

Ziel des Kelly-Systems ist es, maximale Gewinne zu erzielen. Dazu werden die eigenen Quoten, welche sich an der Einschätzung eines Events orientieren, mit den angebotenen Wettquoten der Buchmacher verglichen. In der Regel arbeiten Sportwetten-Profis dabei mit sehr hohen Einsätzen, was natürlich ein gewisses Verlustrisiko mit sich bringt.

Erklären wir es an einem Beispiel: Nach eingehender Recherche einer Fußballbegegnung kommt ihr zur Einschätzung, dass die Mannschaft A maximal mit 1,7 quotiert sein dürfte. Findet ihr anschließend das Match bei einem Wettanbieter mit einer Quote von 1,8 oder 1,9 für Mannschaft A, dann fällt dieses Spiel genau in das Raster des Kelly-Systems.

Wie sollte der Einsatz berechnet werden?

Das Kelly-System verfügt über eine eigene Formel. Mit dieser muss der Einsatz für jeden Tipp neu berechnet werden. Dies ist natürlich mit einem entsprechenden Aufwand verbunden und wird daher meist nur von absoluten Profis praktiziert. Wir wollen euch nun diese Berechnungsgrundlage vorstellen, da sie theoretisch auch für kleinere Einsätze gilt.

Die Wettformel lautet:

Wetteinsatz = Kapital x (Wahrscheinlichkeit in % x Quote – 1)/(Quote – 1)

Erklären wir es an einem praktischen Rechenbeispiel: Euer aktuelles Gesamtkapital beträgt 1.000 Euro. In unserem Fallbeispiel setzen wir ein Tennisspiel an, welches nach eurer persönlichen Einschätzung der Spieler A mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 % gewinnt. Die Online-Wettanbieter hingegen gehen von einer geringeren Wahrscheinlichkeit aus und quotieren euren Favoriten mit 1,5. Dies entspricht hier einer mathematischen Siegchance von 67 Prozent. Ihr seht den Ausgang der Wette also um drei Prozent positiver als euer Buchmacher. Aufgrund dessen kann das Kelly-System angewandt werden, woraus sich folgende Rechnung ergibt:

  • Wetteinsatz = 1000 x (0,7 x 1,5 – 1) / (1,5 – 1)
  • Wetteinsatz = 100 Euro

Worauf ist bei diesem System zu achten?

Langfristig ist das Kelly-System Erfolg versprechend, was zahlreiche Sportwetter bewiesen haben. Voraussetzung hierzu ist jedoch ein riesiges Fachwissen zu den jeweiligen Sportarten und eine umfangreiche Recherche zu den einzelnen Spielen. Der Zeitaufwand für jede einzelne Wettplatzierung kann dabei mehrere Stunden Recherche in Anspruch nehmen. Wir empfehlen euch trotzdem, das Kelly-System einmal auszuprobieren.

Wie sollte ein gutes Money Management geführt werden?

Ein allgemein gutes Money Management baut sich auf dem Grundkapital, also eurer Bankroll, auf. Pro Wette sollte maximal ein Betrag von zwei bis fünf Prozent eures Gesamtkapitals gesetzt werden. Diese festgeschriebene Summe muss bei allen weiteren Tipps eingehalten werden. Dies heißt, es ist unsinnig, im Verlustfall die Einsätze zu verdoppeln, um den verlorenen Betrag wieder aufzuholen oder im Erfolgsfall übermütig zu werden. Nichts ist schädlicher als die erspielten Gewinne mit überhöhten Einsätzen sofort wieder zu riskieren.

Zum einem guten Money Management gehört auch Geduld. Wer „auf Teufel komm raus“ jeden Tag eine Sportwette platzieren möchte, wird langfristig scheitern. Denn nicht jeden Tag finden Events statt, die in die eigene Strategie passen. Begeht auf keinen Fall den Fehler, Wettmärkte auszuwählen, von denen ihr nichts versteht, auch wenn die Wettquote noch so verlockend ist. Ein Fußballfan wird beispielsweise beim Darts kaum dauerhaft auf den richtigen Spieler wetten. Wettet lieber bei einer Sportart, in der ihr euch gut auskennt.

Wie lege ich mein Grundkapital fest?

Um eure eigene konkrete Bankroll, also euer Startkapital, festzulegen, müsst ihr zunächst eure finanziellen Verhältnisse analysieren. Beantwortet euch dazu folgende Fragen:

  • Welches monatliche Einkommen steht zur Verfügung?
  • Welche Ausgaben müssen gedeckt werden (Miete, Kredite, Lebensunterhalt, Versicherungen, Reserve, usw.)?
  • Stehen notfalls als Sicherheit Sparguthaben zur Verfügung?
  • Ist ein Urlaub oder eine andere Sonderausgabe geplant?

Anhand dieser und weiterer Fragen könnt ihr ohne weiteres euer freies Kapital ermitteln, mit welchem ihr dann relativ sorglos eure „Sportwetten-Karriere“ starten könnt.

Auf welchen Zeitraum ist das sinnvoll?

Je länger ein individuelles Money Management konzipiert ist, desto besser ist es in der Regel. Im Idealfall sollte das freie Spielkapital für ein halbes Jahr festgelegt werden. Da dies ein langer Zeitraum ist, welchen man meist nur schwer im Voraus überblicken kann, empfehlen wir Einsteigern, die eigene Bankroll für mindestens einen Monat festzulegen und nach diesem eine vorläufige Bilanz zu erstellen. Kürzere Zeiträume sind relativ gefährlich, da diese zu übereilten Wetten verleiten können, nur um die eigenen Ziele zu erreichen.

Was sind die Ursachen, warum viele Sportwetter nicht erfolgreich tippen?

Sehr viele Sportwetter starten unüberlegt und agieren relativ planlos. Sie sehen eine interessante Quote und Wetten einfach darauf los. Der Einsatzbetrag kommt in der Regel „aus dem Bauch“ und steht in keinem Verhältnis zum eigenen Wettkapital. Des Weiteren werden oft die beiden folgenden Grundfehler begangen:

  1. Im Verlustfall verfällt der Sportwetter in Panik und versucht mit aller Macht, den entstandenen Verlust wieder aufzuholen. Dies geschieht durch überhöhte, unbedachte Einsätze sowie durch das Setzten auf riskante Wettquoten.
  2. „Ich kann es“ – Diese Meinung nach den ersten Erfolgen ist meist „tödlich“. Im Erfolgsrausch der ersten gewonnenen Tipps glaubt der Sportwetter oftmals, auch weiterhin erfolgreich zu sein und erhöht seine Spielsummen beliebig. Die Folge ist dann häufig der Komplettverlust der eigenen Bankroll!

Ist es sinnvoll, langfristig auf klare Favoriten zu setzen?

FC Bayern München, Real Madrid, Paris St. Germain oder der FC Barcelona – all diese Clubs sind in ihren Ligen meistens die klare Favoriten. Die meisten Sportwetter bevorzugen diese Teams bei der Wettabgabe und wundern sich dann, dass sich langfristig keine finanziellen Erfolge einstellen.

Die von den Buchmachern angebotenen Favoritenquoten stehen meist in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Risiko. Wenn man bedenkt, dass diese Mannschaften bei Heimspielen meist nur mit 1,1 bis 1,2 quotiert werden, kann sich jeder ausrechnen, dass nur zwei Unentschieden pro Saison am Ende ein Minus auf dem Spielerkonto zur Folge haben können.

Es ist nicht abzustreiten, dass die Favoritenwetten kurzfristig für ein kleines Plus sorgen können. Langfristig sind sie in einem seriösen Money Management allerdings fehl am Platz.

Wie sieht es mit Kombiwetten aus?

Kombiwetten versprechen einerseits hohe Gewinne, sind anderseits jedoch auch mit einem entsprechenden Risiko verbunden. Jedes Event, welches ihr zusätzlich auf eurem Tippschein platziert, steigert die Chance auf einen Verlust. Oft verfallen Sportwetter auch in die Denkweise „den einen Favorit nehme ich noch dazu“, meist mit verheerenden Folgen. Es ist eine Tatsache, dass fast täglich selbst geringste Wettquoten mit 1,01 oder 1,05 umfallen.

Erfolgreiche Sportwetten-Profis konzentrieren sich meistens einzig auf Einzeltipps. Der Ertrag ist zwar im ersten Moment geringer, doch langfristig lohnt sich diese Vorgehensweise. Wettfreunden, die auf ihre Kombiwetten nicht verzichten wollen, empfehlen wir, sich zumindest mit entsprechenden Systemwetten gegen einen Komplettverlust abzusichern.

Wie habe ich Erfolg mit Sportwetten?

Ein Patentrezept können natürlich auch wir nicht liefern. Grundsätzlich kann jedoch Folgendes gesagt werden: Wenn ihr euch an die nachfolgend zusammengefassten Punkte haltet, habt ihr reelle Chancen, langfristig erfolgreiche Sportwetten zu spielen.

  • Schaltet eure Gier aus: Spielt immer mit Überlegung, Bedacht und Geduld.
  • Setzt euch Ziele: Setzt euch Ober- und Untergrenzen, und reagiert auf verschiedene Entwicklungen entsprechend.
  • Verschafft euch Wissen: Informiert euch zu den Wettmärkten, Angeboten und Quoten. Insbesondere solltet ihr die Sportart genau kennen, auf welche ihr eure Tipps platziert.
  • Money Management: Bleibt immer bei euren festgeschriebenen Einsätzen und startet mit einer realistischen Bankroll. Lasst mathematische Systeme anfangs außen vor.
  • Spielt nicht blindlings: Tippt nie unter dem finanziellen Druck, Gewinne erzielen zu müssen. Setzt lieber ein paar Tage aus, wenn sich keine passenden Spiele im Wettangebot finden.
  • Seriöser Buchmacher. Sucht euch immer einen seriösen Buchmacher, damit ihr das Spielvergnügen in aller Ruhe genießen können.

In welchen Intervallen sollten Auszahlungen vorgenommen werden?

Hierfür gibt es aus unserer Sicht 2 Möglichkeiten.

Ihr solltet immer eine Auszahlung beantragen, wenn ihr ein Ziel, beispielsweise die Verdoppelung eures Grundkapitals, erreicht habt.

Zweitens ist es sinnvoll, nach einer bestimmten Frist, zum Beispiel monatlich, Gewinnabhebungen vorzunehmen, insofern euer Guthaben über dem ursprünglichen Startkapital liegt. Ihr könnt dann im zweiten Monat wieder mit der gleichen Bankroll erneut starten.

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