Die Back-Wette und Lay-Wette an der Wettbörse

Ein Buchmacher bietet eine Quote für das Ergebnis eines Ereignisses an, mit der er die Wahrscheinlichkeit quantifiziert, dass dieses Ergebnis am Ende eintreten wird.  Anschließend treten Sie in einen Konkurrenzkampf mit dem Buchmacher und versuchen, die richtigen Ergebnisse mit einer möglichst hohen Quote zu erraten, und den Buchmacher folglich mit Ihrer Prognose zu besiegen.

Es gibt aber auch eine Variante von Sportwetten, die einen etwas anderen Ansatz verfolgt.

Das Sportwetten-Duell

Eine Wettannahmestelle bietet zwar auch Wettquoten, aber keinen klassischen Buchmacher. Kurz gesagt, einer von zwei echten Spielern übernimmt die Rolle des Buchmachers. Unter bestimmten Umständen können Sie sich also wie ein Wettanbieter verhalten und gegen einen anderen Wettenden spielen.

Oder umgekehrt: Die Rolle des Buchmachers übernimmt Ihr „Gegner“, den Sie mit dem genau entgegengesetzten Tipp auf ein Ergebnis herausfordern. Es gibt also in diesem Fall ein Duell zwischen zwei echten Spielern. Die Begriffe Back- und Lay-Wette werden auch hier verwendet.

Die Back-Wette und der bestimmte Spielausgang

Was genau ist also eine Back-Wette? Wenn sich zum Beispiel in der Bundesliga die beiden Erzrivalen aus den Hansestädten Werder Bremen und Hamburger SV im Nordderby duellieren, können Sie mit einer Back-Wette auf den Ausgang der Partie setzen.

Eine Back-Wette drückt also aus, dass ein Spieler auf ein Team und dessen Erfolg setzt. Ein Remis-Tipp ist ebenfalls als Back-Wette möglich. Oder noch deutlicher: Mit einer Back-Wette entscheiden Sie sich genau für einen von drei Ausgängen: Sieg, Niederlage oder Unentschieden.

Platzieren Sie die Lay-Wette gegen eine Back-Wette

Eine Lay-Wette hingegen bedeutet genau das Gegenteil. Bleiben wir beim Beispiel Nordderby, in dem der Hamburger SV auf Werder Bremen trifft. Auch bei der Lay-Wette sind wieder drei Varianten möglich.

Entweder Sie glauben an den Erfolg von Werder: Sie platzieren also eine Lay-Wette gegen einen Sieg des Hamburger SV. Oder Sie sind der Meinung, dass der „Dinosaurier der Bundesliga“ das Derby gewinnt. Dann platzieren Sie eine Lay-Wette gegen einen Sieg von Werder Bremen. Die dritte Option wäre: Sie denken, dass alles geschehen kann, aber sicherlich kein Unentschieden. Dann platzieren Sie eine Lay-Wette gegen ein Unentschieden im Nordderby.

Die Lay-Wette und deren Hintergründe

Aufmerksame Leser haben wahrscheinlich schon bemerkt, dass die Lay-Wette immer zwei mögliche positive Ausgänge hat. Denn wenn man beispielsweise eine Lay-Wette gegen den Sieg des HSV platziert, heißt das: Das Nordderby kann zu Gunsten von Werder Bremen oder sogar mit einem Unentschieden enden. Anders herum würde eine Lay-Wette gegen Werder positiv für Sie ausfallen, wenn die Hamburger gewinnen oder das Spiel unentschieden endet. Die Lay-Wette übernimmt somit alle Möglichkeiten, die die Back-Wette nicht abdeckt.

Wie eine Wettbörse funktioniert

Die Begriffe Back- und Lay-Wette sind damit bereits erklärt, aber wie genau funktionieren sie bei einer Wettbörse? Eigentlich ganz einfach: Sie bieten selbst eine Back- oder Lay-Wette an, bestimmen sogar selbst die Quoten und hoffen, einen „Gegner“ zu finden, der bereit ist, gegen Sie zu wetten. Die zweite Möglichkeit ist: Sie gehen eine bestehende Back- oder Lay-Wette ein und setzen auf den anderen Ausgang.

Lay-Wetten: Der Spieler in der Rolle des Buchmachers

Vereinfacht ausgedrückt, übernimmt der Spieler, der die Lay-Wette formuliert, die Rolle des klassischen Buchmachers. Er gibt auch die beiden Ausgänge (z.B. Unentschieden und Niederlage) vor, auf die der Spieler nicht mit dem Back-Einsatz setzt. Wenn die Back-Wette verliert, erhält der Spieler mit dem Lay-Einsatz den Einsatz des Back-Wettenden. Gewinnt die Back-Wette, muss der Spieler mit dem Lay-Einsatz die entsprechenden Gewinne auszahlen, die dann wie bei einer klassischen Wette, der aus dem Einsatz multipliziert mit der Quote berechnet wird.

Erzielen Sie attraktivere Wettquoten

Der Online-Anbieter, der die Wettbörse verwaltet, tritt daher in diesem Fall nur als Dienstleister im Hintergrund auf. Für die angebotene Wettbörse nimmt er eine geringe Gebühr, die er als Prozentsatz der Gewinne einbehält. In der Regel beträgt diese Gebühr bis zu fünf Prozent – das ist weniger als ein klassischer Buchmacher für sich selbst als Gewinnspanne berechnen würde. Sowohl bei Buchmachern als auch bei Wettbörsen wird in der Regel auch die Wettsteuer berechnet.

Wer ist der bekannteste Anbieter?

Eine Wettannahmestelle wird auch als Wettbörse bezeichnet. Der bekannteste Anbieter in Deutschland ist Betfair, das nun auch ein klassisches Buchmacher-Segment anbietet. Achtung: Aufgrund der in Deutschland eingeführten Wettsteuer, die mit dem Prinzip der Wettbörse konkurriert, steht der Service für in Deutschland ansässige Kunden derzeit nicht zur Verfügung. Betfair schreibt dazu: „Wir haben daher nur die vorübergehende Schließung der Börse veranlasst, bis wir eine rechtliche Klärung der Fakten erreicht haben“.