Die 11er-Wette und die 13er-Wette im Fußballtoto

Es ist kaum verwunderlich, dass ausgerechnet die sportbegeisterten Briten als die Erfinder der Sportwetten gelten. Was im 18. Jahrhundert als Pferdewetten begann, wurde bald auch auf andere Sportarten übertragen. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts etablierten sich dann auch die Wetten auf Fußballspiele, das Toto. Diese Wetten erfolgten in Großbritannien bis in die 60er Jahre hinein, jedoch nur unter der Hand. Erst dann wurden Wettbüros in Großbritannien per Gesetz legal. Im wettfreudigen Großbritannien hat sich die Anzahl der Wetteinrichtungen seit der Legalisierung auf heute über 8.500 Wettbüros vergrößert. In Schweden hingegen waren Sportwetten auf Fußball bereits seit Mitte der dreißiger Jahre in staatlicher Hand.

In Deutschland war einer der Beweggründe für die Legalisierung von Fußballwetten der Geldmangel für den Sport nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals wurde die deutsche Toto-Gesellschaft gegründet, die ebenfalls in staatlicher Hand lag. Das erste Bundesland, das 1948 das staatliche Fußballtoto einführte, war Bayern, gefolgt von den übrigen Ländern. Im Jahr 1999 wurde in Deutschland der Anbieter Oddset, der in Händen der staatlichen Lottogesellschaft liegt, lizenziert.

Die Privatisierung des Sportwetten-Marktes erfolgte erst ab dem Jahr 2000 mit den ersten privaten Internet-Wettanbietern, die Lizenzen aus anderen europäischen Ländern erwarben, in denen private Wettanbieter rechtmäßig sind, wie beispielsweise Malta und Gibraltar.

Fußball-Toto: Rechtsgrundlagen und Spielregeln

Es gibt unterschiedliche Arten von Lizenzen der verschiedenen Anbieter für Fußball-Toto. In Deutschland war bis vor kurzem der Glücksspielvertrag in Kraft, der Sportwetten und Fußballtoto auf staatliche Lotteriegesellschaften beschränkte, zu diesen gehört Oddset. Es gibt jedoch auch Wettanbieter, die noch Lizenzen aus der ehemaligen DDR besitzen, die weiterhin gültig sind. Eine Besonderheit bietet auch das Bundesland Schleswig-Holstein, das ebenfalls legale Lizenzen vergibt. Wieder andere Anbieter arbeiten nach dem europäischen Recht von einem Firmensitz in Malta oder Gibraltar aus, mit einer Lizenz aus diesen Ländern.

So funktioniert das Tippen: Beim Fußballtoto gibt es zwei verschiedene Varianten, bei denen der Spieler immer einen Spielschein ausfüllt, auf dem er seinen Tipp für die jeweiligen Spielausgänge abgibt. Entweder tippt er auf das Ergebnis von 11 oder 13 Spielbegegnungen, was daher entweder als 11er- oder 13er-Wette bezeichnet wird. Der Spieler trägt je Tipp eine 1, eine 2 oder eine 0 ein. Die 1 bedeutet dabei, dass die Heimmannschaft gewinnt, die 2, dass die Gastmannschaft gewinnt, die 0 steht für ein Unentschieden. In den ersten beiden Jahrzehnten des Fußballtotos waren die Spielpaare noch direkt auf den Spielscheinen angegeben. Heute benötigt man zum Spielschein zusätzlich das passende Infoblatt, um die Spielpaarungen einzusehen.

Die zweite Variante im Fußballlotto ist die Auswahlwette, die dem Lotto nachempfunden scheint. Auf dem Spielschein dieser Wettart sind die Zahlen von 1 bis 45 verzeichnet. Diese stehen für 45 Spielpaare. Der Spieler setzt auf sechs Spiele aus diesen 45, die seiner Meinung nach unentschieden ausgehen. Diese Regeln wurden nur zwischen den Jahren 1996 und 1998 vorübergehend abgeändert. In diesen beiden Jahren setzte man statt auf sechs Begegnungen mit dem Ausgang Unentschieden auf die sechs Begegnungen mit den meisten Toren. 1998 kehrte man wieder zum ursprünglichen System der unentschiedenen Spielausgänge zurück. Kommt es bei den jeweils festgelegten Spielen zu mehr als sechs Unentschieden, so gehen die Spiele mit der größeren Anzahl an Toren in die Wertung ein. Sollte es weniger als sechs unentschiedene Spiele geben, entscheidet das Los.

Die Spielsysteme im Fußballtoto

Die Ergebniswette

Bei der Ergebniswette tippt der Spieler auf den Ausgang von 13 nationalen oder internationalen Spielen. Daher wird diese Wettart auch als 13er-Wette bezeichnet. Um welche Begegnungen es sich dabei handelt, wird vom Veranstalter im Voraus festgelegt und dem Spieler in der jeweiligen Spielrunde bekannt gegeben. Der Spieler gibt seinen Tipp für jede Begegnung ab, indem er entscheidet, ob er auf einen Heimsieg, Gastsieg oder Unentschieden setzt. Hierfür vergibt er jeweils eine 1, eine 2 oder eine 0. Die 13er-Wette kann wie weiter unten beschrieben auch als Systemwette gespielt werden.

Die Auswahlwette

Bei der Auswahlwette setzt der Spieler, ähnlich wie auf einem Lottoschein, auf sechs von 45 Begegnungen, die unentschieden ausgehen. Auch bei der Auswahlwette gibt es die Möglichkeit, sie als Systemwette zu spielen.

Systemwetten

Beide Wettmöglichkeiten können auch als Systemwette getippt werden, das bedeutet, dass die jeweilige Wette in mehreren Reihen getippt wird. Pro Reihe kann der Spieler dabei auf einen anderen Spielausgang tippen. Dies empfiehlt sich vor allem bei Spielen mit unsicherem Ausgang. Auch bei der Auswahlwette gibt es die Möglichkeit, als Systemwette in Reihen zu tippen, wofür ein anderer Spielschein benötigt wird. Hier müssen beispielsweise 3 Tipps von 5 oder 9 von 11 richtig gesetzt werden.

11er-Wetten und weitere Kombinationen

Die 11er-Wette ist analog zur 13er-Wette. Der Unterschied besteht nur darin, dass hier auf elf Begegnungen getippt wird, nicht auf dreizehn. Auch andere Kombi-Wetten werden angeboten, wie etwa 2er, 5er oder 7er-Wetten. Je höher die Kombination, desto schwieriger wird es, eine Gewinnwette abzugeben, da bei nur einem falschen Tipp der Gewinn zunichte gemacht wird.

Fußballtoto vs. herkömmliche Wette beim Buchmacher

Der wichtigste Unterschied ist, dass das Fußballtoto in staatlicher Hand liegt und damit staatlich reglementiert ist. Buchmacherwetten sind hingegen privat und können deutlich mehr Auswahl und Wettvariationen anbieten, darunter auch eine dem Toto ähnliche Auswahlwette oder Kombiwette. Auch Ablauf, Spiele, Anzahl der Tipps pro Wette – 13 oder 11 – und nicht zuletzt die Gewinnhöhe sind bei staatlichen Toto-Anbietern stark reglementiert und daher eingeschränkt. Private Buchmacher haben hier einen deutlich größeren Handlungsspielraum. Sie bieten bei Auswahlwetten nicht nur Wetten auf den Ausgang Unentschieden an, sondern zum Beispiel auch auf Fouls, auf Ecken und Abseits. Die Wettquoten können auch deutlich höher liegen als beim staatlichen Toto, und private Anbieter können ihren Kunden Vergünstigungen anbieten, zum Beispiel Neukunden- oder Treueprämien. Beim staatlichen Toto sind die Spiele, auf die gesetzt werden kann, von vornherein festgelegt und recht stark eingeschränkt. Private Buchmacher haben auch hier freiere Hand und bieten eine erheblich größere Auswahl an möglichen Spielen und Spielkombinationen an.

Der praktische Ablauf beim Fußballtoto: Vom Ausfüllen des Wettscheins bis zur Auszahlung von Gewinnen

Wöchentlich veröffentlichen die staatlichen Totostellen das jeweilige Tippangebot der Woche. Die Spielrunde läuft meist bis zum Samstag, der gleichzeitig Annahmeschluss für die Wettscheine für die laufende Spielrunde ist. Die Wettscheine können sowohl in Lottoannahmestellen als auch online abgegeben werden. Der Preis für die Spielteilnahme richtet sich nach der Anzahl der Systemtipps pro Reihe und der Spielform – Auswahl- oder Ergebniswette – und ist einheitlich festgelegt, was einen weiteren Unterschied zur Buchmacherwette darstellt. Pro Tippreihe zahlt ein Spieler bei der Dreierwette heute 50 Cent bzw. 65 Cent für die Auswahlwette. Manche Annahmestellen erheben zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr von 20 Cent.

Der Wettschein kann in den Annahmestellen anonym abgegeben werden, die Quittung gilt als Nachweis für die Tippabgabe und berechtigt zur Abholung des Gewinns. Daher ist diese Quittung gut aufzubewahren. Es besteht aber auch die Möglichkeit, den Tipp mit einer Kundenkarte abzugeben und so die persönlichen Daten für den jeweiligen Tipp mit anzugeben. Online kann der Tipp nur über das Benutzerkonto abgegeben werden, damit ist der Nutzer identifiziert. Diese beiden Möglichkeiten schützen vor dem Verlust eines möglichen Gewinns, wenn die Quittung verloren gehen sollte.

Nach Beendigung aller verzeichneten Spiele werden die Wettscheine ausgewertet. Der an die Spieler ausgeschüttete Gewinnanteil beträgt 40 % der Wetteinnahmen bei der Ergebniswette bzw. 50 % bei der Auswahlwette und wird je nach Gewinnklasse gestaffelt ausgezahlt. Die Einstufung in die jeweilige Gewinnklasse richtet sich nach der Zahl der richtigen Tipps auf dem jeweiligen Wettschein.